Baubericht Seenotrettungskreuzer "Theodor Heuss"

 

Das Modell wurde im Grunde genommen 3 x gebaut.

Das erste mal, nach dem Original-Baukasten von Graupner aus den 60er Jahren, den ich geschenkt bekommen habe.

Dieser lag fast 20 Jahre irgendwo im Keller eines Bekannten. Damals noch mit Schaumplastikrumpf.

Da es mein erstes RC-Modell war, habe ich eine Menge Fehler gemacht. Außerdem war es zu schwer und der Rumpf zu empfindlich. Weiterhin ist ein Rettungskreuzer absolut kein Anfängermodell. Egal ob es ein moderner Baukasten ist oder wie bei mir ein Oldi.

Ich kannte damals leider keinen weiteren Modellbauer von dem ich mir hätte Tipps holen können. Fertigstellung 1982.

 

Kurze Zeit später, hat mir das alles nicht mehr gefallen. Ich habe soweit möglich alles zerlegt und vom alten Rumpf einen Abzug gemacht und aus GFK einen neuen gebaut.

Darauf wurde das Modell mit vielen Änderungen wieder aufgebaut. Fertigstellung März 1984.

 

Irgendwann entsprach diese Version nicht mehr meinen gewachsenen Ansprüchen. Ich war zwischenzeitlich in den SMC- Hamburg eingetreten und habe eine Menge dazu gelernt. Weiterhin hatte ich mir in der Zwischenzeit einen Plan bei der DGzRS besorgt und musste feststellen, dass Graupner einige gravierende Änderungen gegenüber dem Original vorgenommen hat.

Unter anderem hatte die Beibootwanne die falsche Form. Auch gefiel mir die aus Vollmaterial gefertigte Heckklappe nicht mehr. Also wurde das Modell, auf dem jetzt vorhandenen GFK-Rumpf, neu gebaut.

Von der Hecklappe wurde wieder eine Form gezogen. In dieser habe ich dann eine neue Klappe laminiert. Die wurde mit

Verstrebungen und der richtigen Anordnung der Rollen bestückt. Ganz wichtig war das Einbringen von Flutschlitzen. Dadurch wird der Rumpf durch die offene Heckklappe nicht mehr nach oben gedrückt. Die Klappe ist komplett unter Wasser, wie es sich gehört. Was das Beibootmanöver enorm erleichtert.

Trotzdem ist das eines der schwersten Manöver. Das Aufnehmen des Beiboots funktioniert eigentlich nur bei ruhiger See.

Für die Beibootwanne wurde eine Form gebaut und dann diese wieder laminiert. Die Beibootwanne mit dem Deck zum Aufbau sowie der Aufbau, sind komplett abnehmbar.

Ich bin jetzt in der Lage, das Schiff vom letzten Spant bis zur vorderen Aufbaukante zu öffnen.

Bei diesem Modell wurden so gut wie keine Fertigteile verwenden. Wenn ja, dann mit Abänderungen.

In den Neubau flossen viele Erfahrungen aus dem Betrieb des Modells mit ein. Die Heckklappe wird immer noch mit einer Gewindespindel angetrieben, wie Graupner es vorgeschlagen hatte.

Allerdings wurde die Mechanik komplett neu aufgebaut.

Unter anderem jetzt mit Endabschaltern und einer Zugentlastung für die Heckklappe.

Die Beibootaufnahmevorrichtung wurde neu konstruiert. Diese besteht jetzt aus einem umlaufenden Zug mit einer Fangöse. Das Beiboot bekam einen ferngesteuerten Haken.

Im Gegensatz zum Original wird das Model nur mit 2 Fahrmotoren angetrieben, da der Wirkungsgrad besser ist. Verwendet wurden Bühler 12 V Industriemotoren, die ich geschenkt bekommen hatte.

Für Ausstellungszwecke kann der mittlere Propeller montiert werden.

Die Motoren wurden parallel zu den Stevenrohren eingebaut. Die Kraftübertragung erfolgt über Zahnriemen. Dadurch wurde im mittleren Teil des Schiffes Platz geschaffen, da dort die umfangreiche Elektronik untergebracht ist. Als Antriebsakku

fungiert ein 12V / 3 AH NiMH Akkupack. Das Soundmodul wird aus einer extra 6 V Stromquelle versorgt.

Da unter der Beibootwanne wenig Platz ist, wurde die Ruderanlenkung über Zahnräder realisiert. Die unter der Wasserlinie liegenden Ruderkoker bestehen aus jeweils einem Kunststoffrohr mit jeweils zwei Kugellagern. Zwischen den beiden Kugellagern ist eine Fettfüllung. Bis heute ist dadurch kein Wasser eingedrungen.

Die seitlich am Aufbau laufenden Grätings bestehen im Original aus einzelnen Blechen mit einem Rautenmuster als Antirutschbelag. Weiterhin sind sie gelocht. Das wollte ich auch darstellen. Auf, in der

richtigen Form zugeschnittenen, Allubleche wurden nebeneinander lauter zugeschnittene Kunststoffplatten mit Rautenmuster geklebt. Dann habe ich eine Bohrschablone angefertigt und die ganzen Löcher gebohrt. Die richtige Anordnung

habe ich dem Graupnerplan und einigen Originalfotos entnommen. Die Abstützung der Grätings zum Deck erfolgt über die Aufnahmen der Rehling mit winklig angelöteten Messing U-Profilen. Genau wie im Original.

Die endgültige Fertigstellung war im September 2003 Folgende Ferngesteuerte Sonderfunktionen wurden im Modell realisiert:

-Getrennte Steuerung der 2 Fahrmotoren über einen Kreuzknüppel der Fernsteuerung

-Öffnen und schließen der Heckklappe

-Zu Wasser lassen und wieder aufnehmen des Tochterbootes

-Drehbarer Mann auf dem Vordeck mit Löschlauch, Wasser spritzen aus Löschlauch

-Drehbarer Suchscheinwerfer auf dem Vordeck

-Mann auf Brücke dreht sich und hebt dabei einen Feldstecher an die Augen

-Radar dreht

-Digitale Geräusche- Motor, Horn, Schiffsglocke

- Licht: Fahrlicht mit Decksbeleuchtung und Armaturenbrettbeleuchtung Schlepplicht vorn und hinten     

  Decksarbeitsbeleuchtung Suchscheinwerfer auf der Brücke Suchscheinwerfer auf dem Vordeck

 -Beiboot: Fahrfunktionen Fanghaken Beleuchtung

 

Inzwischen, wir schreiben das Jahr 2015, muss das Modell optisch renoviert werden.

Dieses nahm ich zum Anlass, auch die Technik auf den neusten Stand zu bringen.

Dazu wurde die Fernsteuerung auf 2,4 Ghz umgestellt.

Anstelle der Gleichstrommotoren wurden Brushless Außenläufer eingebaut.

Die Sonderfunktionen werden über ein Fink Modul angesteuert.

Die Stromversorgung erfolgt jetzt über einen 2 zelligen Lipo.

 

Peter Böttcher

 

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