Baubericht „STORSKÄR“

 

Die „DS STORSKÄR“ wurde 1908 auf der Lindholmens Varv in Göteborg gebaut. Bis1940 hatte das Schiff den Namen „STRÄNGNES EXPRESS“. Heute ist das Schiff ein nationales Kulturdenkmal mit einer Dampfmaschine. Sie ist noch in Betrieb und darf 350 Passagiere mitnehmen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 25 km/h.  Es ist 38,95m lang, 6,,99 m breit und wiegt bei einem Tiefgang  von 2.75 - 3,00 m 324 Tonnen. Mehr gibt Google leider nicht her.

Den Baukasten der „STORKÄR“ hatte mir Christian Rex nach Hamburg mitgebracht. Ich hatte bei Hobby-Lobby den Baukasten der „ARKONA“ bestellt, aber der war eine lange Zeit nicht lieferbar und ich hatte alle Bauprojekte (fast) fertig.

Dann wurde die „ARKONA“ aber doch noch recht schnell geliefert und so habe ich erst einmal dieses Modell gebaut.

 

Anschließend konnte es mit der „STORKÄR“ losgehen.

Nach Sichtung der Teile und der Platten mit den Frästeilen war mir eines klar: das wird zeitaufwändig.

 

 

Wichtig ist, dass man sich Gedanken macht wie man anfängt und was man an Elektronik braucht. Motor, Fahrtregler und Servo benötigt man am Anfang, bevor das Deck eingebaut wird.

 

Nach Vorgabe habe ich das Stevenrohr gekürzt und mit dem Motor zusammen ausgerichtet und eingeklebt. Im Fundus hatte ich einige Motoren zur Auswahl, der Bühlermotor war etwas zu klein und so habe ich einen Kellermotor vorgesehen. Damit ist das Modell wohl etwas übermotorisiert. Das ist aber besser als ein Motor der sich "quälen" muss.

Die Ruderhacke wurde eingepasst und verklebt. Da das Ruderblatt nach dem Einbau nicht mehr entfernt werden kann ist hier besondere Sorgfalt angebracht. Die Welle für das Ruder hat einen Durchmesser von 3mm. Es ist ein Rohr und so habe ich in die Ruderhacke ein Loch gebohrt und eine M2 Schraube eingelötet. Die Welle hat so eine feste Führung. Das eigentliche Ruder habe ich auf 3mm verbreitert, um auf das Maß der Welle zu kommen. Dann habe ich noch einmal eine 0,5mm Platte auf beide Seiten des Ruders geklebt, um die Welle abzudecken. Das Ruder ist so zwar 4mm breit, aber Welle und Ruderblatt sind ganz fest miteinander verbunden. Das Servo habe ich achtern mittig über das Stevenrohr gesetzt und auf eine kleine Grundplatte geklebt. Zur Sicherheit bekommt es noch seitliche Abstützungen. 

Die nächste Arbeit ist das Bohren der Löcher für die Bullaugen im Vorschiff und die Löcher für die Festmacherleinen. Zuerst werden die Positionen der Löcher angezeichnet, dann mit 1,5mm vorgebohrt. Ich habe statt einfacher Löcher Bullaugen vorgesehen. Sie werden aber von innen eingesetzt, weil sie nicht an der Bordwand vorstehen dürfen. Die Löcher wurden dann passend gebohrt und gefeilt und die Bullaugen eingeklebt.Vor dem Einkleben des vorderen Decks muss der Rumpf gespritzt werden, man kann danach die Gläser in die Bullaugen nicht mehr einsetzen. Bevor ich damit anfange, habe ich mir das Dach des Aufbaues vorgenommen.

Da das Teil separat gefertigt werden kann habe ich das Dach gebaut.

Zuerst habe ich die Linien für die Leisten angezeichnet. Mit einem Geodreieck kann man die Linien mit 1cm Abstand sehr genau anzeichnen.

Nach Rücksprache mit Christian war klar, der Abstand der Leisten zur Kante muss 5 mm betragen und an die Kante wird eine umlaufende Leiste geklebt. So kann das Wasser vom Dach in die entstehende Rinne laufen und bleibt nicht auf dem Dach stehen. Die 1x1mm Leisten habe ich dann auf das Dach geklebt. Damit die auch schön gerade aufgeklebt werden ist es hilfreich ein Stahllineal zu Hilfe zu nehmen.

 

Auch die Seitenleisten drückt man beim ankleben gegen eine Stahlschiene. Auch damit lassen sich die Leisten prima ausrichten. Die Aufbauteile setzt man vorher auf das Deck. Die Leisten stoßen dann sauber an die Wände. Die Halterungen für die Rettungsinseln sind auch bereits auf dem Dach und die Rettungsinseln haben ihre Aufkleber bekommen. Winzige Symbole und auch noch teuer. Sie geben den Inseln aber den richtigen Kick. Die beiden kleinen Lüfter sind aufgesetzt

Die beiden großen Lüfter hat mir ein Freund im 3D-Druck angefertigt.

Wenn man auf dem Dach alles angebracht hat, kann man lackieren. Ich habe das Dach mit Antrazith seidenmatt lackiert.

Der Rumpf ist in der Zwischenzeit weiß lackiert worden und die Bullaugen haben ihr „Glas“  bekommen. Es besteht aus Plexi, das ich auf den Durchmesser der Bullaugen abgedreht habe. Nachdem die Bullaugen ihr Glas bekommen haben, konnte das vordere Deck eingeklebt werden. Ich hatte die Linien für die Platten schon angezeichnet und die erste Aufbautenwand auf das Deck geklebt. So hatte ich gleich die genaue Höhe vorgegeben. Die Wand hat an den Seiten kleine Einkerbungen in der die Schanzkleidleiste endet.

Der Spalt zwischen Deck und Rumpf wurde verspachtelt und verschliffen. Die Leiste auf dem Schanzkleid soll eigentlich ein halbrundes Profil sein. Ich hatte nur eine Winkelleiste. Die habe ich aufgeklebt, Verspachtelt und leicht rund geschliffen.

Als Nächstes habe ich die Schanzkleiderhöhung am Bug und die Platten angeklebt. Ebenso die Leiste am Bug. Danach alles verspachtelt und verschliffen. Die Schanzkleidstützen sind aus 1x1mm Winkelleisten, sie wurden die auf Maß gesägt und angeklebt. 

Kopfzerbrechen bereitete mir das Deck des Vorschiffes.

Der Belag besteht aus Platten mit einzelnen Leisten, die im Original ausgewechselt werden können.

Ich habe die Platten auf dem Deck aufgezeichnet und dann anders als vorgeschlagen, die Trennungen aus 1,0mm und 0,5 mm Polystrolleisten aufgeklebt. Anschließend wurden die Leisten grau gestrichen und die Platten einzeln angefertigt und eingesetzt.

Die Platten bestehen aus 0,5 mm Polystrol als Grundfläche, die genau eingepasst wurden. Anschließend habe ich sie mit Holzleisten beplankt, geschliffen und lackiert. Das hört sich kompliziert an, ist aber meines Erachtens einfacher, als die vorgeschlagene Lösung.

Der Wassergang wurde vorher schwarz gestrichen und das Schanzkleid erhielt die braune Farbe.

Auf dem Dach habe ich für die Schornsteinabspannung vier Augbolzen angebracht.

Der Schornstein bekam seine „Bauchbinden“. Die Rohre für den Abdampf und die Dampfpfeife erhielten Halterungen aus Augbolzen. Erst nach der Lackierung werden die Rohre montiert.

Die Abspannung am Schornstein wird an den 4 kleinen Augbolzen befestigt.

Den Schornsteinkopf habe ich angefertigt und angebracht. Anschließend konnte der Schornstein lackiert werden.

Der Teil zwischen den Bändern ist blau und gelb, jeweils zu einem Viertel. Dazu müssen diese Bereiche separat abgeklebt und lackiert werden. Der restliche Schornstein wird inklusive der beide Dampfrohre schwarz lackiert.

 

Abschließend werden noch die beiden Buchstaben aufgeklebt.

 

Weiteres Kopfzerbrechen bereiteten mir die Oberlichter des Salons. Vorgesehen war aus einem vorgefrästen Teil dies zu fertigen.

Ich habe versucht die Teile in Form zu bringen und bin gescheitert.

In meinem Fundus fand ich passendes Kupferrohr, das ich auf Länge gesägt habe. Die Gitter habe ich aus Seitenteilen einer Seiltrommel gebogen und an das Rohr gelötet. Das ist sehr filigran und sieht viel besser aus.



 

Nach der Lackierung des Daches wurde der Schornstein und die Lüfter fest verklebt und der Schornstein abgespannt.

Um ein Durchbiegen des Daches zu vermeiden, habe ich MS-T-Profile unter das Dach geklebt.

Die Befestigung der Rettungsinseln erfolgte durch schwarzes 0,4 mm Seil.

Mit dem Mast habe ich begonnen und dann erst Bilder von Christian bekommen. Das Original ist etwas umfangreicher als der Plan es hergibt. Die weiße Positionslampe ist funktionsfähig, die beiden Roten ohne Licht. Das Radargerät habe ich modernisiert und durch ein Radom ersetzt.

Als ich das Oberdeck auf den Rumpf setzen wollte habe ich festgestellt, dass das nicht passen würde. Der Rumpf war zu breit und so würde das Oberdeck nie passen. Was nun?

Ich habe eine Montagevorrichtung gebaut in die der Rumpf gedrückt wurde damit das Oberdeck eingepasst werden kann.

Da ich aber zusätzliche Verstrebungen einkleben musste, damit der Rumpf auch seine Form ohne die Vorrichtung behält, Dadurch konnte ich die Inneneinrichtung nicht einbauen. Da man aber durch die vielen Fenster in das Modell reinschauen kann, war das natürlich nicht so schön. Deshalb habe ich die Fensterscheiben mit 2 Lagen dunkler Folie aus dem Autozubehör versehen. Damit war der Blick ins Innere versperrt. 

Das Deck mit der Kommandobrücke und den Fahrgasträumen habe ich lt. Bauanleitung erstellt.

Die Brücke bekam eine Inneneinrichtung und zwei Mann Besatzung. Die Wände bekamen Tapete und der Boden wurde mit Holzplanken verschönert.

Die Bänke aus dem Baukasten habe ich nicht genommen. Ein Vereinskollege hat mir Bänke gedruckt. Diese habe dann nur lackiert und auf das Modell geklebt. Sie entsprechen nicht dem Original, sind dafür aber sehr stabil und sehen ähnlich aus.

 

Beleuchtung ist bei mir immer ein Thema. LEDs brauchen ja normalerweise Vorwiderstände oder irgendwelche andere Elektronik um mit der Stromquelle klar zu kommen.

Ich hatte irgendwann mal LEDs bekommen die man bis zu 19 Volt betreiben kann. Das war natürlich etwas für mich.

Dabei waren auch LEDs die ich so einsetzen konnte, dass sie sowohl den Innenraum als auch als Decksbeleuchtung mit Licht versorgen können. Ich habe alle LEDs an zwei Messingdrähte angelötet die im Innenraum langlaufen.

Somit sind alle LEDs zuverlässig mit Strom versorgt.

Wenn die Fernsteuerung eingeschaltet wird ist auch die gesamte Beleuchtung aktiv. Einen Schaltbaustein habe ich bereits besorgt der es mir erlaubt nur bei Dunkelheit für Licht zu sorgen.

Den Anschluss lasse ich aber lieber von einem Vereinskollegen machen, sonst wird das eher nicht funktionieren.

 

Die Reling bekam noch einen Handlauf aus Holzleisten und die Netzimitation lag als Frästeil dem Bausatz bei.

 

Sehr gelungen. Ein fehlendes kleines Stück hat mir Christian Rex nachgeliefert.


Bei der Gelegenheit möchte ich Christian ein großes Lob aussprechen. Er ist immer mit Rat und Tat zur Stelle, wenn es Probleme gibt und hat mich mit Fotos vom Original versorgt. Da macht Modellbau Spaß.

Nachdem das Deck fertig war habe ich schwarze Pappe als Decke mit Fotokleber auf die Innenräume geklebt, so kann kein Licht nach außen dringen. 

Damit das Deck auf dem Rumpf befestigt werden kann, habe ich es mit zwei Schrauben mit den Querstreben im Rumpf verschraubt. Die beiden Schrauben verstecken sich hinter der Reling und sind fast unsichtbar.

Das Dach  des Modells ist wie folgt fixiert: Eine Gewindestange führt vom Rumpf durch den Fahrgastraum bis nach oben. Diese Stange ist im Rumpf fest verklebt. Ich habe einen Lüfter so umgebaut, dass er wie eine Mutter mit einem langen Gewinde arbeitet. Damit wird das Dach fest mit dem Schiff verbunden. Der Lüfter ist zwar nicht auf dem Original vorhanden erfüllt aber seine Aufgabe. 

Am 15. September wollte ich bei unserer Veranstaltung in Planten un Blomen den Stapellauf vornehmen.

Zunächst hat der Senderakku den Geist aufgegeben und als das Modell schwimmen sollte ist es fast umgekippt.

Nach Rücksprache mit Christian Rex hatte ich viel zu wenig Gewicht im Rumpf.

Also habe noch ca. 900 Gramm zusätzlich unten in den Rumpf gebracht.

Die Staubschutzhaube habe ich in Ermangelung einer Badewanne als Becken zum austarieren missbraucht.

Es sind jetzt etwa 1400 Gramm incl. Bleiakku im Rumpf untergebracht. Das Modell liegt jetzt stabil im Wasser..

 

Was jetzt noch fehlt ist die Taufe und die erste Ausfahrt.

 

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