Baubericht „Wilhelm Tham“

 

Auf der Modellbauausstellung im IMMH im September 2018 habe ich mich auf dem Stand von Christian Rex in das

Modell dieses Schiffes, das in Schweden auf dem Götakanal fährt, verliebt.

Nach langen Gesprächen mit Christian habe ich den Baukasten bestellt und am 01.10.2018 konnte ich das Paket von der Post abholen. Zu Hause wurde erst einmal geschaut was denn alles drin ist.

Ein grundierter GFK-Rumpf, ein kleiner Karton mit Beschlägen, extra verpackte Teile für Decks, Seitenwände und allerlei Hölzer und Profile, eine CD, ein Bauplan, sowie eine detaillierte Bauanleitung. Dazu noch Teile für den Modellständer.

Alles perfekt und gut gesichert verpackt.

Der erste Eindruck hervorragend.

 

Zunächst habe ich den Bootsständer zusammengebaut, um das Modell beim Bau sicher aufstellen zu können.

Mit einem MS-U-Profil habe ich den Bootsständer unten verstärkt.

Dann wurde eine Liste erstellt, mit den Dingen die ich noch benötige, um das Modell fahrfertig zu machen und die ergänzend gekauft werden mussten.

So habe ich einen Bühlermotor, eine Welle, einen 40mm Vierblatt-Messingpropeller Teile für die Ruderanlenkung, 40 Bullaugen und 100 Relingstützen gekauft.

Für die Reling besorgte ich ein Messinggeflecht. Das war zwar ein teures Vergnügen, aber es hat sich gelohnt.

 

Angefangen habe ich mit denBullaugen. Die Löcher habe ich aufgebohrt und die Bullaugen mit Sekundenkleber eingeklebt.

Für die Auflage des Decks habe ich eine 2x3mm Leiste innen in den Rumpf geklebt. Dabei sollen nach oben noch 2mm Luft bleiben, damit das Deck mit dem oberen Rand des Rumpfes abschließt.

Dann wurde mit dem Einbau des Motors und der Welle begonnen.

Das Stevenrohr wurde auf 12 cm gekürzt und die Welle entsprechend ebenfalls.

Das Loch im Rumpf wurde gebohrt und die Welle ausgerichtet.

Im Rumpf habe ich eine Platte eingeklebt durch die das Stevenrohr führt und hier einen zusätzlichen Halt findet. Nach der Verklebung des Stevenrohres begann der Einbau des Motors.

Ich habe den Motor mit der Welleverbunden und dann unter den Motor Plexiplatten gelegt, bis der Motor absolut glatt auflag. Kleiner Trick um das zu sehen: einen Taschenspiegel neben Motor und Platte halten, so sieht man das ganz exakt. Ich habe 3mm mehr unter den Motor gelegt und dann mittig diese 3mm aus der Platte ausgefräst. So liegt der Motor in der Platte und kann nicht verrutschen. Seitlich wird der Motor durch Plexiplatten fixiert, die ebenfalls eine Nut erhielten.

Der Motor liegt jetzt fest in diesem Rahmen. Den Rahmen habe ich dann im Rumpf ausgerichtet und verklebt.

Die ganze Einheit, Welle und Motor läuft jetzt völlig ruhig.

 

Der Ruderkoker ist eingeklebt.
Der Ruderkoker ist eingeklebt.

Das Ruder machte mir einige Sorgen, aber das war nach Fertigstellung völlig unnötig.

Ich habe das Originalblatt (2 mm) durch ein neues Blatt (3 mm)

ersetzt. Oben und unten habe ich ein 2mm Loch in das Blatt gebohrt.

Die Ruderhacke ist mit Messing verstärkt, hier habe ich ein 2mm Loch gebohrt. Jetzt wird unten das Ruderblatt mit einer 20 mmm langen Gewindeschraube gesichert und geführt. Oben habe ich eine 2 mm Messingstange eingeklebt und mit einem 3mm Rohr verstärkt. Nachdem der Rumpf an der passenden Stelle eine Bohrung erhielt, wurde das Ruder eingebaut und das Führungsrohr verklebt. Zur Verstärkung habe ich eine Plexiplatte mit einer Bohrung versehen und den Ruderkoker mit dem Rumpf verklebt.

Die Rudermaschine erhielt ihren Platz an der seitlichen Platte der Motorhalterung. Dort wurde auch der Fahrtregler befestigt. Mit einem Messingrohr, das beidseitig ein Stück Gewindestange M2 erhielt, wurden Ruderarm und Servoarm miteinander verbunden.

Nach einem ersten Funktionstest wurde das Ruder ausgerichtet und alle Teile verschraubt.

Ruder und Prop.
Ruder und Prop.
Die fertig eingebaute Antriebs- und Ruderanlage.
Die fertig eingebaute Antriebs- und Ruderanlage.

Der technische Teil war damit abgeschlossen.

Als Stromquelle habe ich einen 12 Volt Bleiakku vorgesehen. Die endgültige Größe wird sich nach dem ersten Wassertest ergeben.

Jetzt begann der Zusammenbau der Aufbauten. Das geschah nach Bauanleitung und Zeichnung. Das Brückendeck

habe ich auf der Unterseite mit 2x2 mm Leisten versehen, damit dieses Deck genau auf den unteren Aufbauten sitzt.

Die Brücke entstedt.
Die Brücke entstedt.

Das Deck soll abnehmbar sein, um an die  Einbauten

heranzukommen. Diese Arbeit macht man besser vor dem Einkleben des unteren Decks in den Rumpf, sonst wird es schwierig die richtige Position der

Leisten zu finden. Jetzt kann man auch schon den Brückenaufbau machen.

Da ich bei der Brücke und dem Salon einen Holzfußboden einbaue, habe ich erst die Vorderseite und die Seitenteile auf das Deck geklebt, das erleichtert das Einpassen der Holzleisten erheblich. Danach können auch die anderen Teile verklebt werden. Die Seitenwände habe ich mit Holz verkleidet. Der untere Aufbau hat innen eine Tapete.

Christian hat mir das Muster im passenden Maßstab als Datei gemailt. Da die Fenster klar sind und ich eine Beleuchtung vorgesehen habe, macht sich das sicher sehr gut. Diese Arbeiten werden aber erst nach der Lackierung der Aufbauten gemacht. Man kann das Innenleben auch abkleben, aber die Tapete würde das Abkleben kaum ohne Schaden überstehen.

Das eingeklebte und mit Schmirgelpapier beklebte Deck.
Das eingeklebte und mit Schmirgelpapier beklebte Deck.

Ich habe jetzt das Deck in den Rumpf geklebt.

Dazu waren bereits Polystrolleisten in den Rumpf geklebt worden.

Danach wurde das Deck an der Trennstelle gespachtelt und geschliffen.

Die genaue Position der Relingstützen war aus dem Plan nicht ganz genau zu erkennen. Auch hier half Christian weiter. Ich erhielt die genauen Maße für die Position der Stützen.

Unter Hilfe einer Schablone habe ich eine Linie auf dem Deck angezeichnet, um den genauen Abstand zum Rumpf zu bekommen. Dann habe ich nach den Maßangaben die Löcher für die Stützen gebohrt.

Das Deck wird mit 320er Schmirgelpapier beklebt. Dazu habe ich erst die Ladeluke und die Niedergänge auf das Deck geklebt. Jetzt konnten die Stücke des Decksbelages einzeln zugeschnitten und aufgeklebt werden. Sie werden mit der gleichen Farbe wie das Unterwasserschiff lackiert.

Nachdem die Wasserlinie angezeichnet und eine schmale Leiste am unteren Ende der Aufbauten angebracht war konnte abgeklebt werden.

Als Farbe hatte ich eine Sprühdose von Belton gewählt. Leider ein zu helles grün.

Zuerst wurde das Deck gespritzt, danach das Modell auf den Kopf gestellt und das Unterwasserschiff lackiert. Nach der Trocknung war die Struktur des Decks noch gut erkennbar. Die Stoßstellen musste ich aber mit einem Pinsel nachstreichen, eine zweite Lackschicht aus der Sprühdose hätte die Struktur zerstört.

Da mir die Farbe zu sehr glänzte, werde ich nach dem Anbringen der Namenszüge das Modell teilweise mit Klarlack sprühen.

So sollte es eigentlich sein!

Allerdings wurde auf der Messe Spielidee in Rostock, von einigen Vereinskollegen, das Deck und die Farbe bemängelt.

Ich habe also den Belag wieder entfernt und geschliffen. Anschließend neu mit einem Stück Schmirgelpapier beklebt und die Schweißnähte durch Messingdraht imitiert. Danach wurde Deck und Unterwasserschiff in laubgrün neu lackiert.

Das sah erheblich besser aus. Da der Rumpf bereits grundiert war, habe ich den Rat von Christian befolgt und den Rumpf oberhalb der Wasserlinie mit Revell Farbe weiß gestrichen. Nach dem dritten Anstrich hat das dann gedeckt. Es ist erstaunlich wie wenig Farbe man benötigt und wie glatt das mit der Farbe wird.

Die alten Löcher für die Relingstützen waren natürlich nicht mehrvorhanden und wurden neu gebohrt.

Der Aufbau und die Rehling.
Der Aufbau und die Rehling.

Der Zusammenbau des Brückenhauses war relativ einfach. Ich habe die Innenseiten und den Boden mit Holzleisten verkleidet. Die Kommandobrücke bekam ein kleines Steuerrad und ein Bord vor den Fenstern damit es nicht so leer aussieht.

Der kleine Salon bekommt noch eine Inneneinrichtung wenn ich genau weiß wie das mal aussah. Das Dach des

Aufbaus habe ich mit kleinen Winkelleisten versehen. Es soll abnehmbar sein und wird durch die Leisten fixiert.

Die Kassetten am Brückenaufbau hat mir Christian Rex dankenswerterweise aus 0,3 mm Polystrol gefräst.

 

In Zukunft sollen die Teile standardmäßig zum Baukasten gehören, das wäre eine große Hilfe. Die Kassetten habe ich an den Aufbau geklebt. Kleiner Tipp: da die Teile recht

klein sind, den Kleber auf die Arbeitsplatte geben und die Teile kurz reinlegen. Dann an die vorgegebenen Stellen kleben. Das klappt dann ohne Schmierstellen.

Die Grundplatte für die Lüfter und den Schornstein und das Maschinenoberlicht wurde nach Plan eingebaut. Ich hatte noch sechs Bullaugen die ich im Oberlicht eingesetzt habe.

Der Niedergang wurde auf das Deck geklebt. Jetzt war das Deck fertig zum Beplanken.

Winde und Ladebaum.
Winde und Ladebaum.

Zwischendurch habe ich die Winde für den Ladebaum gebaut.

Ich hatte noch kleine Zahnräder die Verwendung fanden. Die Winde hat keine Funktion, sie soll nur gut aussehen.

Die nächsten Arbeiten habe ich auf der Messe „Spielidee“ in Rostock gemacht. Ich habe dort angefangen, das

Brückendeck mit Holz zu beplanken. Eigentlich wollte ich dort damit fertig werden. Es war aber mehr Arbeit als gedacht. Die Hälfte habe ich geschafft.

Die Bullaugen wurden innen mit einem Fräser manuell von Farbe befreit und dann die Scheiben mit Sekundenkleber eingeklebt.

Damit sind die Arbeiten am Rumpf abgeschlossen. Die gefettete Welle und der Propeller sind bereits wieder eingebaut.

Jetzt geht es an die Details. Die beiden Niedergänge auf dem vorderen Deck wurden aufgeklebt. Die Winde mit drei kleinen Schrauben mit Sechskantkopf befestigt.

Die nächste Arbeit ist die Reling. Auf dem Vordeck ist es noch relativ einfach. Ich habe mir fertige Relingstützen mit drei Durchzügen gekauft.

Durch das neue Deck mussten die Löcher für die Stützen neu gebohrt werden. Ich mache das jetzt Stück für Stück, also sechs Löcher 1,4mm backbord und steuerbord. Die Stützen werden eingesteckt und der obere Draht aus 0,8 mm

Messing durchgezogen. Die Löcher in den Stützen mussten nachgebohrt werden. Ein Feld je Seite bekommt keine weiteren Durchzüge wegen der Poller.

Die Drähte wurden nach dem Ausrichten verlötet. Jetzt musste das Messinggitter zugeschnitten und angelötet werden. Es imitiert das Netz, das im Original benutzt wird. Mit ein wenig Übung klappt das besser als gedacht. Zum Schluss werden die überstehenden Gitterteile abgetrennt und glatt geschliffen.

Das war erst einmal die Probe, wie es mit dem Messinggitter funktioniert.

Die Reling, mit der Verlängerung zum Brückendeck.
Die Reling, mit der Verlängerung zum Brückendeck.

Jetzt konnte ich mir Gedanken machen, wie ich die Relingstützen verlängere um das Brückendeck mit der Reling zu verbinden. Das Ganze sollte ja auch stabil sein. Ich habe an die Relingstützen 0,8 mm Draht angelötet und zwar an der Rückseite. Wenn das Gitter angelötet ist, sieht man davon nichts mehr.

Die Verlängerung der Relingstützen können erst dann auf die richtige Länge gekürzt werden, wenn der Aufbau fest

mit dem Deck verbunden ist.

 

In der Zwischenzeit sind die Fensterrahmen für den Aufbau gedruckt worden und bekommen außen einen Holzrahmen aufgeklebt.

Von innen werden die Fensterscheiben passend geschliffen und nach dem lackieren des Aufbaus eingeklebt.

Da die Fensterrahmen sehr zerbrechlich sind, muss diese Arbeit sehr vorsichtig gemacht werden. Das war

der Plan. Leider hat die Realität die Planung überholt. Die gedruckten Rahmen waren dann doch zu filigran.

Christian Rex habe ich gebeten, mir Fensterrahmen zu fräsen die ich dann mit Holzleisten versehen werde.

Bis die Fensterrahmen eintreffen, habe ich einen Rahmen für das Brückendeck gebaut. Er besteht aus MS-Winkelmaterial und wurde dem Brückendeck angepasst. Polystyrol und Wärme vertragen sich nicht so gut. Deshalb habe ich als Schablone ein zweites Deck aus Sperrholz ausgeschnitten. 

Außerhalb des Aufbaues habe ich noch Winkelprofile angelötet, dadurch wird der Rahmen sehr steif.

Die Reling mit dem Gitter habe ich jetzt auf den Rumpf gesteckt und den Rahmen mit dem Deck auf den Aufbau gelegt. Jetzt habe ich den richtigen Abstand für die Verlängerung der Reling zum Deck bzw. zum Rahmen.

Ich habe den Draht an den Rahmen gelötet und die Drähte gekürzt. Das Brückendeck liegt jetzt auf dem Aufbau und auf dem Rahmen auf.

Die Gitter sind alle an der Reling angelötet und die Türen in der Reling sind fertig. Sie können geöffnet werden.

Eigentlich sollten die Gitter an der Außenseite sein, ich habe sie aber innen angelötet.

Das sieht besser aus, auch wenn es nicht original ist.

Manchmal muss man auch schauen was besser aussieht.

 

Durch die Fenster ist die Inneneinrichtung zu sehen.
Durch die Fenster ist die Inneneinrichtung zu sehen.

In der Zwischenzeit sind die Fensterrahmen eingetroffen und ich klebe jetzt die Holzleisten auf die Rahmen.

Mit Hilfe einer Schleifscheibe werden die Holzleisten auf das Maß der Rahmen abgeschliffen und sie dann an den Aufbau geklebt der vorher bereits lackiert wurde.

Bevor der Aufbau jetzt auf das Deck geklebt wird, habe ich die Tapete innen an die Wände geklebt und dann eine dünne Plexiplatte als Scheibe innen auf die Fenster-öffnungen geklebt.

Da man so schön in den Aufbau sehen kann und es auch eine Beleuchtung geben soll, war es notwendig eine Inneneinrichtung zu schaffen.

 

Ich habe eine Grundplatte zugeschnitten, die genau auf die Rumpföffnung passt und herausnehmbar ist. Das Innenleben mit der Technik muss erreichbar bleiben.

Da ich einen Plan der Inneneinrichtung und der Trennwände hatte, habe ich die Wände gestellt, tapeziert, Innentüröffnungen geschaffen und den Boden hellgrau gestrichen. Tische und Stühle gibt es im Maßstab 1:50 zu kaufen. Sie

bekamen hellbraune Farbe, die Tische wurden gelb. Der Aufenthaltsraum bekam eine umlaufende Bank und kleine Tische, ebenso der kleine Salon auf dem Brückendeck. Alles aus zugesägten Teakleisten und mit roter Samtfolie beklebt.

An einigen Stellen habe ich LED´s angebracht, die irgendwann auch angeschlossen werden.

Mit der Elektrik stehe ich etwas auf Kriegsfuß. Irgendwann finde ich eine Lösung, wie ich den Strom vom Akku über eine Schaltelektronik zu den LED`s bekomme.

Das Brückendeck liegt im Normalfall nur lose auf dem Aufbau und dem Rahmen auf. Ich wollte aber eine feste Verbindung haben.

Die aus dem Brückendeck heraus stehenden Gewindestangen, sind hier gut zu sehen.
Die aus dem Brückendeck heraus stehenden Gewindestangen, sind hier gut zu sehen.

Die Lösung sieht wie folgt aus:

Ich habe im Rumpf auf Höhe der Lüfter eine Plexiplatte eingeklebt und darin zwei Gewindestangen verankert. Die reichen bis etwas über das

Brückendeck, dieses bekam bei den Positionen der beiden großen Lüfter zwei Löcher. Die Gewindestangen schauen nun ein kleines Stück aus dem Brückendeck raus. Aus MS habe ich zwei Rohrstücke mit M3 Gewinde versehen.

Diese passen genau in die Lüfter rein. Jetzt kann man das Brückendeck fest auf den Rahmen pressen indem man die Rohrstücke festdreht. Die Lüfter werden nun auf Rohr-stücke geschoben und passen genau in die Grundplatte. Klingt kompliziert ist aber recht einfach. Inzwischen habe ich die Rohrstücke etwas verlängert und mit einer 2mm Querbohrung versehen. Mit einem kleinen gebogenen Draht als Werkzeug kann ich jetzt die Rohrstücke leichter festdrehen bzw. lösen.

Die Reling für das Brückendeck entstand genau wie die untere Reling, auch hier müssen für das Sonnensegel die Stützen verlängert werden. Die Auflagen für das Sonnensegel habe ich aus Holzleisten gemacht. Sie bekamen MS-Drähte die in die Stützen eingeklebt wurden.

Mittig habe ich noch extra Stützen angebracht. Alles wurde weiß lackiert. Für das Sonnensegel habe ich mir vom Segel-macher selbstklebende Folie geholt. Die wurde auf die Holzleisten und Drähte aufgeklebt und zugeschnitten.

Beim Schornstein und den Lüftern habe ich eine Öffnung gelassen, denn ich muss ja die Befestigung des Brückendecks lösen können. Sie schauen ja auch aus dem Sonnensegel heraus. Innen habe ich die Folie mit mattweißer Farbe gestrichen,

jetzt klebt es innen nicht mehr.

Der Schornstein besteht aus einem dünnwandigen MS-Rohr das genau über das beiliegende ABS-Rohr passt. Das habe ich auf ca. 2cm gekürzt und auf die Grundplatte geklebt. Der Schornstein passt genau auf dieses Rohr, Glück muss man haben. Der Schornstein bekam noch eine Leiter und einen Draht als Imitation für die Dampfleitung.

Die Lackierung, schwarz und weiß, vervollständigt die Arbeit an diesem Teil.

 

Ich habe mich jetzt mit dem Akku befasst. Es musste ein Platz für den Akku gefunden werden.

Motor, Welle und Kupplung lassen nur Platz im vorderen Drittel des Rumpfes.

Ein Bleiakku mit 12 Volt und 1,2 Ah und einem Gewicht von 0,58 kg bekam jetzt eine Auflage und Halterung auf dem Rumpfboden.

Unter der Ladeluke auf dem Vordeck verstecken sich die beiden Ladebuchsen und zwei Buchsen die mit einer Brücke versehen werden können und so den Ein- und Ausschalter ersetzen.

Bei der Verkabelung habe ich ein Plus- und Minuskabel extra für die Beleuchtung vorgesehen.

Ein Funktionstest mit der Fernsteuerung verlief positiv.

 

Jetzt war als nächstes der erste Wassertest an der Reihe.

Ein Plastikbehälter, der normalerweise als Aufbewahrungsbehälter unter das Bett geschoben wird, diente als Testbecken.

20 Liter Wasser reichten, um das Modell zum Schwimmen zu bringen.

Ohne die Aufbauten war auch alles ok, als aber alle Teile zusammengebaut waren, stellte sich eine starke Kopflastigkeit heraus.

Also war mehr Gewicht und somit leider auch mehr Tiefgang nötig. Ich habe je 200 Gramm als Bleistreifen beidseitig in den

Rumpf geklebt, natürlich so tief wie möglich. Damit war das Modell stabil, hatte aber mehr Tiefgang als eigentlich geplant.

Nach einem Anruf bei Christian, war das Mehrgewicht geklärt. Sein Modell hatte auch 400 Gramm mehr.

 

So langsam ging es an die Ausstattung des Modells.

Die Kisten für die Schwimmwesten habe ich aus einer Teakleiste gemacht. Erst die 4 Kisten auf Maß sägen und dann an der Vorderseite und den Seiten mit der Kreissäge ca. 1mm absägen und oben 1mm stehen lassen.

Das imitiert den Deckel. Vorn noch zwei Leisten ankleben, lackieren und an Deck kleben.

Die beiliegenden Rettungsboote habe ich offen gelassen. Innen braun gestrichen und die Ruderbänke wurden mit Holzleisten beklebt. Zwei Augenbolzen in die Ruderbänke eingelassen und in die Auflagen der Boote je zwei Löcher gebohrt. Hier habe ich einen Faden durchgezogen und die Boote daran befestigt.

Die Davits habe ich dann mit Fäden mit den Booten verbunden, dafür hatte ich die Augenbolzen angebracht.

Auf der Zeichnung war erkennbar, dass von der Brücke bis achtern mit einer Kette und Stangen das Ruder angesteuert wird. Das habe ich ebenfalls angebracht.

Achtern wurde dafür eine Gräting notwendig, das Material dazu fand ich in der Restekiste.

Die rote und grüne Positionslampe wurde angebracht, innen mit einer LED versehen. Der Anschluss erfolgt später.

Ich habe jetzt die komplette Reling mit dem Sonnensegel auf das Brückendeck geklebt.

Der Mast auf dem Vordeck mit dem Ladebaum und dem Scheinwerfer ist, incl. Toplicht,  fertig verkabelt und gestrichen.

Nach der Montage wird der Mast in das Deck geklebt und mit den Leinen und Abspannungen versehen.

In Neumünster, war das Modell das erste mal auf dem Wasser.
In Neumünster, war das Modell das erste mal auf dem Wasser.

Der erste große Test im Wasser war auf der Modellbau-messe in Neumünster. Alles verlief gut.

Bei dieser Messe, kaufte ich SMD-LEDs für die Innen-beleuchtung. Sie sind bereits fertig verdrahtet und brauchen keinen Vorwiderstand.

Nachdem alle LEDs eingebaut und angeschlossen waren, incl. der nautischen Beleuchtung, hatte ich ein Kabelproblem

und musste die gesamte Verkabelung im Rumpf erneuern. Jetzt funktioniert alles zuverlässig. Bei dem ersten Test in der Dunkelheit waren einige LEDs recht hell. Deshalb habe ich noch einen zusätzlichen Widerstand eingebaut.

Die Bänke auf dem Modell habe ich nicht aus einzelnen Brettchen gemacht, sondern mir schmale Leisten in der richtigen Breite und Länge gesägt. In die Lehnen habe ich Nuten gefräst und so die Träger, mit denen die Bänke an den Aufbauten befestigt werden, eingeklebt.

Um die Bretter anzudeuten, habe ich die Leisten leicht eingesägt. So wird die Bank sehr stabil.

Zwischendurch entstand noch der Eisschrank.

Vor dem Bau der vier Trossenkörbe habe ich mich bis zum Schluss gedrückt. Ich hasse es aus Rundmaterial kleine Kreise zu machen und dann auch noch daran rumzulöten.

Ich habe eine andere Lösung gefunden: dünnwandiges Messingrohr das mit einer Kappsäge in Scheiben geschnitten wird. Drei Ringe in zwei Durchmessern bilden die Halterungen und 0,8er Messingdraht ist mit den Ringen verlötet. Am Boden bildet eine runde Kunststoffscheibe den Abschluss. Nach dem Lackieren wurden die Körbe auf das Deck geklebt.

Trossen und Seile werden mit Augen versehen und beleben die Körbe und das Deck.

Ich verwende geschlagenes Kunststoffseil mit verschiedenen Durchmessern in beige und dunkelbraun.

Auf dem vorderen Deck fand der Anker seinen Platz und die Seile für den Ladebaum wurden angebracht.

Die Reedereiflagge fand noch am Mast ihren Platz und damit waren die Arbeiten am Modell beendet.

Die Beleuchtung funktioniert!
Die Beleuchtung funktioniert!

Nach und nach bemale ich jetzt noch die Personen die das Deck beleben sollen, das wird aber noch etwas dauern.

 

Die Platte auf der das Modell stehen soll besteht aus einer 13mm Tischlerplatte mit den Maßen 20x70 cm.

Unten sind 10x10 mm Leisten und den Rand bildet eine Leiste die die Platte umrahmt.

Sie dient auch als Führung für die Plexihaube. Der Boden innen ist mit einer dunkelblauen Selbstklebefolie beklebt.

Der Bootsständer ist fest mit der Platte verbunden.

 

 

Der Bau des Modells war nicht so einfach, wie ich dachte und brachte einige kleine Problemlösungen mit sich, die aber mit Unterstützung von Christian Rex gelöst wurden.

Wir haben uns gegenseitig ein paar Anregungen gegeben und zu kleinen Verbesserungen am Baukasten verholfen.

 

Wolf-Rüdiger Berdrow

 

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