Schiffsmodellbau-Club Hamburg e.V.

(seit 1963)

Bautechnik: Decksbeplankung

Auf vielfachen Wunsch wird heute Male ein Beitrag aus dem Jahre 87, verfasst von unserem hochverehrten Hans H., wiederholt. Hans H. war damals als Bauwerter eingesetzt und hatte sich über die laienhafte Ausführung der Decksbeplankung geärgert. Die Erbauer konnten in den meisten Fällen nicht einmal etwas dafür, dass ihr Modell falsch ausgeführt war; die Baupläne gaben nichts besseres her. Und fachkundige Unterlagen darüber gab es allenfalls in der Berufsschule für Schiffszimmerer. Wer kommt schon da heran? Hier hilft uns Hans auf die Sprünge:

 

 

Leibholz, Waschbord

Diejenige Planke, die die normale Decksbeplankung an der Außenhaut oder Aussparungen (Luken, Schotten, Masten, Durchführungen) abschließt, heißt Leibholz oder Waschbord. Die Breite beträgt etwa das zweifache einer normalen Planke, d.h. 20 bis 30 cm bei gleicher Dicke.

Diese Planke sollte, wie im Original, durch Biegen oder Stückeln an die Schiffsform angepasst werden. Die Maserung des Leibholzes sollte etwa parallel zur Seite der Planke verlaufen, sie würde sonst unnötig geschwächt und außerdem empfindlich gegen Wasseraufnahme.

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Decksbeplankung

Decksbeplanken-Stoßen

Für hölzerne Schiffe, bei denen das Deck eine tragende Funktion hat, gelten für das Stoßen der Planken folgende Regeln:

Planke Stoß auf Länge
1 4/4
2 3/4
3 1/4
4 4/4

image004.png

Planke Stoß auf Länge
1 6/6
2 4/6
3 2/6
4 5/6
5 1/6
6 3/6

Bei der 6 er-Plankung gibt es noch ein anderes gebräuchliches Schema:image005.png

Planke Stoß auf Länge
1 6/6
2 4/6
3 2/6
4 5/6
5 1/6
6 3/6
   

 

 

Decksbeplanken-Leibung

 

 

Decksbeplanken-Fischung

Im Bereich des Vor- und Achterschiffes stoßen die Planken mehr oder weniger schräge auf das Leibholz und müssen hier besonders geformt werden, um eine haltbare und wasserdichte Verbindung zu bilden. Die Planken schießen in das Leibholz ein und werden je nach Einschießwinkel angepasst oder gefischt.
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Ist das Maß y kleiner als das Maß x so wird die Planke angepasst, d.h. so schräg geschnitten wie das Leibholz verläuft. Das Leibholz bleibt unverändert.

 

 

 

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image011a.pngIst das Maß y gleich oder größer als das Maß x so wird die Planke gefischt, d.h. teilweise schräg in das Leibholz einlaufen lassen und dann rechtwinklig abgeschnitten. Das Leibholz wird entsprechend bearbeitet.

Bei Planken, die im Original 6 Zoll (etwa 15 cm) breit sind, kann auch ein Fischungsmaß z = 1/3 x angewendet werden. Das Maß z darf nicht kleiner als 2 Zoll (5 cm) werden.

Bei der Fischung z = 1/3 x sind zwei Arten des Einschießens in das Leibholz anwendbar: Der rechte Winkel liegt entweder an der Planken-Längsseite oder an der Schrägung.

 

 

 

 

Das fertige Deck sieht dann so aus:

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Stabdeck

Sportboote wie Segel- oder Motoryachten erhalten keine Decksplanken wie oben beschrieben, sondern ein Stabdeck. Die Stäbe variieren in ihrer Breite, abhängig von der Größe des Fahrzeugs, folgen der Außenhaut und werden in einer mittschiffs liegenden Königsplanke gefischt.

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Noch ein Wort

Es ist mir klar, dass das Deck nicht der wichtigste Teil eines Schiffes ist, aber es ist das Aushängeschild. Die beschriebene Technik hat sich in der Praxis entwickelt und bewährt, sie wird nicht nur aus lauter Jux und Dollerei angewendet. Die Bauwerter wissen darum und achten dementsprechend darauf. Lasst Euch nicht erwischen mit einem „Deck alter Bauart“! Es gibt unweigerlich Punktabzug bei der Bauwertung!(hh)